Durch die Hölle und zurück. Part 1

Der 12.10. ist ein wichtiger Tag für mich und meine Kollegen. Ich habe ihn seit fast einem Jahr fett im Kalender unterstrichen und das wird körperlich die wohl größte Herausforderung, die wir uns in unserem bisherigen Leben stellen werden. An dem Tag findet ein 16 km langer Hindernisparkour an, der sich Tough Mudder nennt, bei dem übers Feuer gelaufen, im Eiswasser geschwommen und im Matsch gekrochen wird. Irgendwo sollen auch tausende Volte an frei hängenden Kabeln den Weg erschweren. Wir sind alle überdurchschnittlich gut trainiert, nur ist das nochmal ein ganz anderes Kaliber und sie wird unsere Grenzen komplett sprengen.

Zu diesem Anlass habe ich mich letzte Woche entschieden, an einer leichteren Version aus meiner Umgebung teilzunehmen: 8 km Lauf mit ein wenig klettern, steilige Wege hochlaufen und Heuberge erklimmen. Ich war der Meinung, dass ich für diese Light-Version ziemlich gut vorbereitet bin, doch wollte mir die böse Grippe ein Strich durch die Rechnung machen. Vor 3 Tagen wache ich auf einmal mit einer leichten Mandelentzündung auf und bin physisch sowie psychisch einfach nur platt. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt, dass ich meinen Körper die drei Tage auf jeden Fall durch diesen Dreck durchziehen werde und dieser Organismus am Samstag an diesem verdammten Lauf teilnehmen wird. So verordnete ich mir mittags eine Ruhepause, die jedoch gegen Abend durch meine Arbeit unterbrochen wurde. Der Tag ging schleppend vorbei und es ist nicht besser geworden. Tags drauf legte ich wieder meine Ruhephase ein und nach dem Mittagsschlaf wurde es immer noch nicht besser. Hals tat weh, Kopf machte nicht wirklich mit und ich merke wie meine Kraft schwindet. Nur noch zwei Tage zum Lauf und an dem Tag wollte ich zur Vorbereitung 8 km mit Gewichten laufen gehen. Somit musste jetzt alles auf eine Karte gesetzt werden! Die Gewichte wurden im Zustand des Unwohlseins umgebunden und der Kadaver machte sich auf zum Laufen. Am Ende habe ich 4 km hinter mit gelassen, doch merkte wie meine Halsschmerzen langsam schwinden. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Ich kenne meinen Körper und wenn er leichte körperliche Grippeerscheinungen bekommt, mache ich einfach Sport und es wird komischerweise besser. Vermutlich schwitzt der Körper die Krankheiten einfach aus. Doch irgendwie bin ich immer noch nicht ganz auf der Höhe und fühle mich einfach platt, wo ich mich am liebsten nur hinlegen möchte, da jede Bewegung kein gutes Gefühl hinterlässt. Von außen sieht das aus wie der Tagesablauf eines Faultiers. Es wird viel geschlafen und wenn es mal sein muss, macht man sich die Mühe sich aufzurappeln, um etwas essbares aufzusuchen. Nun gut, dieses Gefühl kannte ich schon und es war noch viel intensiver während meiner Krankheitsphase in Südkorea. Ich erinnerte mich, einfach zwei Tabletten Paracetamol eingeschmissen zu haben und wie durch Zauber konnte ich am nächsten Tag wieder machen was ich wollte. So nahm ich vor der Arbeit eine Tablette Paracetamol und hoffte auf das Beste. Keine guten Voraussetzungen, um mich richtig auf das große Event einzustellen.

Am Lauftag verringerte sich alles auf einen kleinen Schnupfen, doch glücklicherweise spielte das Wetter gut mit und ich fühlte mich bereit mitzufighten. Frühstück check, Klamotten check und die Teilnahme ist gesichert. Nur blöd, dass das Wetter auf einmal umzukippen drohte. Ich hörte ein Brummen im Himmel. Sind das etwa Gewitterwolken? War das ein Donner das ich gerade gehört hatte? Es gab kein zurück mehr und mir war klar, dass der morgige Tag nach dem Erwachen ein schrecklicher sein wird...

21.9.14 03:20

Letzte Einträge: Prolog, Ausgefülltes Leben?! - Part 2, Endlich Ausbruch, Lets get dirty! Part 1, Rising to the top

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